Armutsbericht: Armut bleibt hoch

Armutsbericht 2017: Armut bleibt hoch

In 2015 ist nicht nur die Wirtschaftskraft Deutschlands, sein Reichtum, sondern auch seine Armut gestiegen. Dies beklagt der Paritätische Gesamtverband in seinem aktuellen Armutsbericht. Die Armutsquote erreichte 15,7 Prozent. Konkret bedeutet dies, dass rund 12,9 Millionen Menschen in Deutschland von Armut betroffen sind!

Bei allen bekannten Risikogruppen hat die Armut im Vergleich zum Vorjahr noch einmal zugenommen: Bei Erwerbslosen ist sie auf 59 Prozent, bei Alleinerziehenden auf 44 Prozent, bei kinderreichen Familien auf 25 Prozent, bei Menschen mit niedrigem Qualifikationsniveau auf 32 Prozent und bei Ausländern auf 34 Prozent gestiegen. Und eine weitere dramatische Entwicklung stellt der Paritätische Gesamtverband fest: Alarmierend ist im Zehn-Jahres-Vergleich insbesondere die Armutsentwicklung bei Rentnerinnen und Rentnern. Ihre Armutsquote stieg zwischen 2005 und 2015 von 10,7 auf 15,9 Prozent und damit um 49 Prozent, ein völliger „Ausreißer in der Armutsstatistik“.

Berlin zeigt mit 22,4 Prozent mittlerweile die zweithöchste Armutsquote unter den Bundesländern. Mit Ausnahme von 2014 stieg die Armut in der Hauptstadt seit 2006 kontinuierlich. Nur noch in Bremen ist die Armutsgefährdungsquote höher. Berlin hat zudem mit 19,9 Prozent die höchste Hartz-IV-Quote aller Länder und mit 31 Prozent auch die höchste Hartz-IV-Quote bei den Kindern.

Der diesjährige Bericht zur Armutsentwicklung in Deutschland des Paritätischen Gesamtverbandes ist unter Mitherausgeberschaft von neun weiterer Verbände und Fachorganisationen am 2.3.2017 erschienen, Sie können ihn hier herunterladen:

www.der-paritaetische.de/armutsbericht/download-armutsbericht/

 

Letzte Änderung: 21.03.2017 14:35