16.06.2026

Aktionswoche Schuldnerberatung 2026

„Wie komme ich an mein Geld? Wenn das P-Konto zum Problemkonto wird“ - LAG SIB fordert Verbesserungen beim Pfändungsschutz und stärkt den fachlichen Dialog in Berlin 

Vom 15. bis 19. Juni 2026 findet bundesweit die Aktionswoche Schuldnerberatung statt. Unter dem Motto „Wie komme ich an mein Geld? Wenn das P-Konto zum Problemkonto wird“ machen Schuldnerberatungsstellen auf die Situation von Menschen aufmerksam, die trotz gesetzlicher Schutzregelungen Schwierigkeiten haben, auf ihr eigenes Geld zuzugreifen. 

Auch die Berliner Schuldner- und Insolvenzberatungsstellen erleben in ihrer täglichen Arbeit, welche Folgen Einschränkungen beim Zugang zu geschütztem Guthaben haben können. Das Pfändungsschutzkonto (P-Konto) soll das Existenzminimum sichern. In der Praxis berichten Ratsuchende jedoch immer wieder von Problemen bei der Nutzung des Kontos, von Unsicherheiten im Umgang mit den gesetzlichen Regelungen und von Verzögerungen bei der Umwandlung des eigenen Kontos in ein P-Konto. 

„Wie komme ich an mein Geld?“ – diese Frage beschäftigt viele Menschen, die sich an die Berliner Schuldner- und Insolvenzberatungsstellen wenden. Wenn Leistungen oder Einkommen nicht rechtzeitig geschützt werden und verfügbar sind, können existenzielle Probleme entstehen: Miete, Energie, Lebensmittel oder andere notwendige Ausgaben lassen sich dann oft nur eingeschränkt bestreiten. 

Die Landesarbeitsgemeinschaft Schuldner- und Insolvenzberatung Berlin e.V. (LAG SIB) unterstützt daher die politischen Forderungen der Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung der Verbände (AG SBV) zur Aktionswoche 2026. Aus Sicht der Schuldnerberatung besteht weiterhin Handlungsbedarf, um den Zugang zum eigenen Geld verlässlich sicherzustellen und den gesetzlichen Pfändungsschutz wirksam auszugestalten. 

Hierzu gehören insbesondere: 
• die Weiterentwicklung und Vereinfachung der Regelungen zum P-Konto, 
• eine verbraucherfreundliche und einheitliche Umsetzung des Pfändungsschutzes, 
• der Abbau praktischer Hürden beim Zugang zu geschütztem Guthaben, 
• sowie eine nachhaltige Stärkung und Absicherung der unabhängigen Schuldnerberatung. 

Die Berliner Schuldner- und Insolvenzberatungsstellen verfügen über langjährige Erfahrungen mit den Auswirkungen von Kontopfändungen und den Herausforderungen des P-Kontos. Die Beratungspraxis zeigt, dass gesetzliche Schutzregelungen nur dann wirksam sind, wenn sie für Betroffene verständlich, zugänglich und zuverlässig umsetzbar sind. 

Einen besonderen Berliner Akzent setzt die LAG SIB im Rahmen der Aktionswoche mit einem Runden Tisch zum Thema P-Konto am 16. Juni 2026. Gemeinsam mit der Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung kommen Vertreterinnen und Vertreter der Kreditinstitute mit der Schuldnerberatung und dem Verbraucherschutz zusammen , um aktuelle Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Pfändungsschutz zu erörtern. 

Der Runde Tisch ist als fachliches Arbeits- und Dialogformat angelegt. Ziel ist es, Erfahrungen aus unterschiedlichen Perspektiven zusammenzuführen und den Austausch über bestehende Problemlagen und mögliche Lösungsansätze zu fördern. Die Veranstaltung versteht sich als Beitrag zur Verbesserung der Praxis des Pfändungsschutzes und zur Stärkung der Zusammenarbeit der beteiligten Akteure. 

„Der gesetzliche Anspruch auf ein Pfändungsschutzkonto ist eindeutig geregelt. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass gerade die Einrichtung für viele Ratsuchende mit erheblichen Hürden verbunden ist. Hier braucht es verlässliche Abläufe und klare Zugänge, damit der Pfändungsschutz auch tatsächlich wirksam werden kann.“ 

 https://www.aktionswoche-schuldnerberatung.de